Einladung angenommen

Ich hatte ja schon berichtet, dass mich Pattensens Bürgermeisterin Ramona Schumann mit Datum vom 04.02. zu einem persönlichen Gespräch eingeladen hat. Und diese Einladung habe ich nun angenommen. Bei dieser Gelegenheit habe ich auch einen Vorschlag unterbreitet, wie man der Informationspflicht gegenüber den Bürgerinnen und Bürgern in Pattensen künftig besser gerecht werden könnte. Nachfolgend das komplette Schreiben vom 10. Februar.

 

Sehr geehrte Frau Schumann,

vielen Dank für die Eingangsbestätigung auf mein Schreiben vom 29. Januar. Ihrer Einladung zu einem persönlichen Gespräch unter Beteiligung der Leitung Ihrer zuständigen Stabsstelle am 18. Februar werde ich gerne folgen. Leider kann ich am Donnerstag keinesfalls vor 18:00 Uhr bei Ihnen sein. Ich werde aber bemüht sein, zumindest diese Uhrzeit einzuhalten.

So sehr ich Ihre Bereitschaft zu diesem Austausch für meinen persönlichen Informationsgewinn schätze, so wenig scheint er mir allerdings geeignet, um den aktuellen Sorgen vieler Pattensener Bürgerinnen und Bürger in Verbindung mit der bevorstehenden Unterbringung ausschließlich männlicher Flüchtlinge in den Turnhallen der Stadt und der angeschlossenen Gemeinden wirksam zu begegnen, beziehungsweise deren Informationsbedürfnis zu diesem Thema gerecht zu werden.

Dass es diese Sorgen und dieses Informationsbedürfnis gibt, ist für mich mittlerweile völlig unstrittig. Wenn ich auch zu Anfang des Jahres, als ich Ihnen einen ersten Brief schrieb, noch den Eindruck hatte, dass sich die allermeisten Bürgerinnen und Bürger für die Flüchtlingsproblematik in Pattensen nicht interessieren, so weiß ich es nun besser. Denn seit die Leine-Nachrichten von meinem offenen Brief berichteten, bin ich sehr oft und ausschließlich positiv darauf angesprochen worden. Und aus diesen Gesprächen habe ich mitgenommen, dass die meisten Menschen bezüglich der Flüchtlingsproblematik in Pattensen verunsichert sind. Das ist natürlich nur ein subjektives Empfinden. Aber es deckt sich mit den Ergebnissen der ARD-Umfrage aus der vergangenen Woche: Darin waren 81 Prozent der Befragten der Meinung, dass die Bundesregierung die Flüchtlingskrise nicht im Griff hat.

Einer der Gründe für die Verunsicherung scheint mir zu sein, dass es für interessierte Bürgerinnen und Bürger kaum Möglichkeiten gibt, sich über die Flüchtlingsproblematik in Pattensen zu informieren. Dem wäre aber von Seiten der Stadt verhältnismäßig leicht zu begegnen. Ein erster Schritt für eine verbesserte Bürgerinformation könnte sein, auf der Internetseite der Stadt Pattensen nicht nur grundsätzliche Informationen zum Thema Flüchtlinge bereitzustellen, sondern in einer eigenen Rubrik die wichtigsten Fragen proaktiv zu beantworten und diese Antworten monatlich zu aktualisieren. Ich werde mir erlauben, Ihnen am 18. Februar einen Fragenkatalog zu übergeben, der Ihnen den Start einer solchen Seite erleichtern würde.

Bitte nehmen Sie es mir nicht übel, wenn ich abschließend kurz darauf hinweise, dass ich die von Ihnen zum Ausdruck gebrachte Überzeugung, schriftliche Korrespondenz sei mangels nonverbaler Elemente anfällig für Missverständnisse, nicht teile. Im Gegenteil: Ich bin davon überzeugt, dass Korrespondenz ebenso eindeutig wie zweifelsfrei geführt werden kann, wenn sie denn zielgerichtet erfolgt. Und dass wir bislang kein zeitnahes Ergebnis erzielen konnten, liegt ja auch nicht an der Form des Austauschs, sondern ausschließlich daran, dass Sie meine Fragen nicht beantworten wollten oder konnten.

Da ich mittlerweile weiß, dass dieser Dialog auch für weitere Einwohner Pattensens von zunehmendem Interesse ist, erlaube ich mir, an der Routine festzuhalten und auch dieses Schreiben wieder an regionale Medien zu senden. So wie ich auch weiterhin Ihre Antworten zur Verfügung stellen werde. 

Mit freundlichen Grüßen,

 

Meinen offenen Brief vom 8. Januar können Sie hier nachlesen.

Zu meiner Nachfrage vom 18. Januar geht es hier.

Zum Beitrag der Leine-Nachrichten vom 21. Januar geht es hier.

Das komplette Antwortschreiben der Stadt Pattensen finden Sie hier.

Zu meinem Schreiben vom 29. Januar geht es hier.

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